Osterfahrt an die Ardeche
April 2007
Am Donnerstag, dem 5. April 2007, startete
der Vereinsbus mit insgesamt sieben Blau-Weißen
zu nachtschlafender Zeit in Richtung Frankreich.
Viele andere Vereinsmitglieder waren bereits
einige Tage vorher nach Südfrankreich
gereist, um einige Tage länger Urlaub
machen zu können, aber auch um die Ankunft
des Vereinsbusses vorzubereiten. Nach ermüdender
Fahrt kam der Bus samt Insassen wohlbehalten
in Vallon Pont d'Arc an, wo bereits eine gedeckte
Tafel und Tonnen von Reibekuchen auf die Neuankömmlinge
warteten.
Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter
direkt von seiner schönsten Seite. Die
Rennsportler meldeten sich kurzentschlossen
zu einem kleinen Trainingswettkampf an, der
auf der Ardèche ausgetragen wurde.
Trotz mangelnder Streckenkenntnisse und der
Busfahrt, die allen noch in den Knochen steckte,
waren die Blau-Weißen mit ihren Ergebnissen
zufrieden. Der niedrige Wasserstand ermöglichte
nach dem Rennen das Paddeln gegen die Strömung,
sodass auf die lästige Autofahrerei verzichtet
werden konnte. Von da an ging das Urlaubsleben
einen gemütlichen Gang. Es wurde gefrühstückt,
aber nicht zu früh; es wurde gepaddelt,
aber nicht zu lange; es wurde eingekauft,
aber nicht zu wenig. Natürlich half das
gute Wetter den französischen Lebensstil
des "savoir-vivre" anzunehmen und
umzusetzen.
Das „Damoklesschwert“, das über dieser
Idylle schwebte, war die drohende Befahrung
der Ardèche-Schlucht. Bei geringem
Wasserstand gilt sie als noch kräftezehrender,
sodass allabendlich Erfahrungsberichte von
anderen Schluchtpaddlern eingeholt wurden,
von denen kaum einer unter drei Stunden geblieben
war. Dennoch wagten sich beinahe der gesamte
Verein geschlossen auf diese Etappe. Gestartet
wurde in Zeitabständen von einer Stunde.
Die Wanderpaddler sollten einen Vorsprung
bekommen und dann gleichzeitig mit den heranstürmenden
Rennsportler das Ziel erreichen. Soweit die
Theorie: Da sich das Einsteigen wie üblich
um eine halbe bis dreiviertel Stunde verspätete,
geriet der Zeitplan aus den Fugen. So hatten
die pünktlichen Rennsportler die Wanderfahrer
bereits nach ca. 20 Minuten Fahrzeit eingeholt.
Sie vertrauten aber auf den unbekannten Paddelgott,
der auch diesmal gnädigster Weise eine
frühere Mitfahrgelegenheit am Ziel zur
Verfügung stellte.
Ein weiterer Höhepunkt neben den Paddelausflügen
waren sicherlich die kulinarischen Genüsse.
Meist wurde abends in großer Runde gespeist,
wobei immer wieder auf den Märkten neu
entdeckte Köstlichkeiten aufgetischt
wurden. Der nahegelegene SUPER-U bot jedoch
nicht nur Nahrungs- und Genussmittel an, sondern
auch praktisches Campingzubehör. Dies
entpuppte sich für die des Französischen
nicht mächtigen Jugendlichen des Blau-Weiß
Bonn als eine insgesamt nervenaufreibende
Freizeitbeschäftigung: Der gekaufte Einweggrill
bestand aus einer Aluschale, Holzkohle und
einer verdächtigen Flasche mit gefährlich
aussehender roter Aufschrift. Der Inhalt dieser
Flasche wurde sofort als Spiritus erkannt
und demzufolge komplett über die Holzkohle
gekippt, die danach fröhlich in der Aluschale
umhertrieb. Auch schien der französische
Spiritus nicht entflammbar zu sein, denn der
wehrte sich hartnäckig gegen jedes Streichholz.
Erst nach einiger Zeit wurde den Jugendlichen
mit einiger Unterstützung klar, dass
es sich keineswegs um Spiritus handelte, sondern
um Wasser, wie in Französisch auch auf
der Flasche stand. Aus Solidarität wurde
ein neuer Grill herangeschafft, da sich die
Holzkohle so schlecht trocknen ließ,
und diesmal auf die Zugabe von Wasser verzichtet.
Stattdessen wurde mit einem Heißluftföhn
die Hitzeentwicklung beschleunigt. Dabei flog
leider viel Asche umher. Eine nichtidentifizierbare
Person auf der Flucht vor dem Ascheregen stieß
gegen den Grill, sodass wiederum die Holzkohle
auf das Vereinszelt fiel, welches anfing dahinzuschmelzen.
Um dem Zelt weitere Unannehmlichkeiten zu
ersparen, wurde die Asche mit halbnackten
Füßen weggetreten, was für
diese leider schmerzhaft war.
Während der ganzen Woche ließ das
Wetter die Kanuten nie im Stich. Es war sonnig,
aber nicht heiß und der erfrischende
Wind sorgte für ein angenehmes Klima,
sodass auch die Abenteuer, wie das eben beschriebene,
gut verkraftet wurden.
Ein herzliches Dankschön gilt Olaf Schwarz,
der sich um die Paddelbelange der anderen
Vereinsmitglieder kümmerte und ihnen
in hanseatischer Gelassenheit die Ausrüstung
zusammensuchte und das Know-How vermittelte!!!!
Ein Bericht von Moritz Lipperheide